Das Dorf in der Stadt

Ein Streifzug durch die Linzer Altstadt und herzliche Einladung zum Grätzelfest am Sonntag, den 22. April.

Vom belebten Hauptplatz wo sich Touristengruppen zum Fotografieren rund um die Pestsäule drängen und Gruppen von Schulkindern an den zahlreichen Eisständen ungeduldig anstehen, führt die etwas unscheinbare Hofgasse ins Altstadt-Viertel.

Sofort ändert sich die Atmosphäre – es wird ruhig, tagsüber zumindest, und alles fühlt sich etwas langsamer an. Man beginnt zu schlendern, entlang der hübschen historischen Fassaden hinter denen sich in diesem Bereich der Altstadt einige Nachtlokale verbergen und die Hofgasse um diese Zeit angenehm beschaulich wirken lassen.

Seit einiger Zeit siedeln sich in der Altstadt immer mehr kleine, interessante Läden und Lokale an, die sonst nirgends in Linz zu finden sind. Ich höre Musik, David Bowie um genau zu sein. Durch die offenen Tür des Plattenladens erhascht man einen Blick ins Innere – stundenlang könnte man dort in ausgesuchten Vinyl-Raritäten stöbern. Vor einem der anderen Geschäfte werden gerade Zuckerl-Kostproben verteilt – die charmanten Inhaberinnen produzieren diese in der kleinen Süßwarenmanufaktur namens „Naschkatze“ direkt vor Ort. Glücklich greife ich zu und gehe nach einem kurzen Plausch weiter.

Der Blick fällt auf eines der schönsten Altstadthäuser – das liebevoll renovierte „Apothekerhaus“. Daran vorbei führt die Gasse ein kurzes Stück bergauf Richtung Schlossmuseum. Die Mühe lohnt sich denn der Blick von dort ist beeindruckend, der Beste in Linz finde ich.

Ausnahmsweise kehre ich heute nicht in das auf der Rückseite des Museums etwas versteckte Schloßcafe ein, sondern spaziere wieder hinunter in die Altstadt.

Wieder unten biege ich jetzt ab auf den „Alten Markt“, dem Herzstück der Altstadt mit der neurenovierten alten „Markthalle“. Es fällt auf wie entspannt die Atmosphäre hier ist. Kinder flitzen mit Rädern und Rollern herum und die unbesorgten Eltern sitzen plaudernd in kleinen Grüppchen auf den Bänken oder in den Cafés. Autos fahren hier nur selten und wenn dann sind es meistens Anwohner die Rücksicht nehmen.

Ein Kaffee wär jetzt nicht schlecht und vielleicht ein Stück selbstgemachter Cheescake? Gottseidank entdecke ich einen freien Platz im sehr beliebten Gastgarten von „Friedlieb und Töchter“ und lasse mir die heutige Kuchenauswahl von den „Töchtern“ erklären.

Nachbar Michi, Mitinhaber des mit zwei Hauben prämierten Restaurants „muto“ nebenan kommt auf einen kurzen Plausch vorbei und erzählt begeistert vom heutigen Abendmenü. Ich reserviere gleich einen der wenigen Tische für später.

Nach Kaffee und Kuchen spaziere ich weiter Richtung Landhaus und treffe nach ein paar Schritten auf Freunde, die gerade vor der STURM UND DRANG Galerie  sitzen und plaudern. Ich habe Zeit und die aktuelle Ausstellung noch nicht gesehen, also bleib ich gern auf ein Glas Wein.

Gemütlich und einladend ist es hier, auch die meisten anderen Geschäftsleute in dieser Straße haben Bänke und Stühle vor ihren Läden aufgestellt und genießen mit Freunden und Kunden das schöne Wetter. Man kennt sich untereinander, wer hier lebt und arbeitet liebt die fast dörfliche Stimmung in der Altstadt. Nicht umsonst nennt sich die Altstadt auch selbst gern „Das Dorf in der Stadt“, sehr passend.

Auffällig viele Lastenräder fahren vorbei, beim Fahrradladen um die Ecke bei GerRad kann man diese nämlich gleich Probe fahren und sich über alles rund ums Fahrrad vom Zweirad-Enthusiasten Gerhard persönlich beraten lassen.

Einige besondere Adressen verstecken sich in dieser Strasse und ständig öffnen neue Geschäfte. Im zweiten Stock in einer schönen Altbauwohnung findet man exklusive Mode bei Bluma, im Teesalon „Madame Wu“ hat man die Wahl zwischen über 200 Teesorten und bei „Isolde“ lässt es sich wunderbar im großen Fundus an Antiquitäten und Raritäten stöbern.

Langsam wird es Abend und die Gastgärten der Lokale füllen sich. Mir fällt ein ich habe einen Tisch reserviert, in der Altstadt vergisst man gern die Zeit, verabschiede mich und mache mich auf den Heimweg. Zum Glück habe ich es nicht weit – ich wohne hier

Tipp: Eine gute Gelegenheit die Altstadt zu erkunden hat man am „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, den 22. April von 10:00 bis 17:00 Uhr.


Bei den aufgeführten Lokalen und Geschäften handelt es sich um eine kuratierte Auswahl und wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mit ausgewählten PartnerInnen arbeiten wir auch in Form von bezahlten Kooperationen zusammen, diese sind aber immer mit * (bezahlte Kooperation) gekennzeichnet.